17.10.2011 Eine High-Tech-Schule

Am Freitag wurde des neue Berufsschulzentrum in Neudorf offiziell eingeweiht.

Foto: Stefan Eickershoff/WAZ FotoPool

Duisburg. In den nächsten 25 Jahren können die Schüler des „Zentrums für Berufliche Bildung und Weiterbildung“ (ZBW) sicher sein: Sie werden nicht in ein anderes Gebäude umziehen müssen, weil ihre Schule ein Sanierungsfall ist.

Das ZBW an der Mülheimer Straße ist vermutlich eines der modernsten, wenn nicht sogar das modernste Berufsschulzentrum in Deutschland. Seit dem neuen Schuljahr ist es in Betrieb, am Freitag wurde es offiziell eingeweiht.

Das Gebäude hat das Kaufmännische Berufskolleg Burgplatz, das Friedrich-Albert-Lange Berufs- und das Weiterbildungskolleg aufgenommen, die hier ideale Bedingungen vorfinden: Von A wie Augenoptiker bis Z wie Zahnarzthelferin steht den Schülerinnen und Schülern eine „High-End-Ausstattung“ zur Verfügung. Alles neu, alles vom Feinsten.

Das alles hat auch seinen Preis: Der neue Schulkomplex ist in öffentlich-privater Partnerschaft entstanden: Die Firma Goldbeck hat es gebaut, wird es betreuen und auf dem Stand der Technik halten. Die Investitionskosten: 74 Millionen Euro, gezahlt von der Firma Goldbeck. Dafür zahlt die Stadt in den nächsten 25 Jahren jährlich 7,2 Millionen, davon sind etwa 2 Millionen Euro Betriebskosten. Nach diesem Zeitpunkt geht das Gebäude für null Euro an die Stadt über.

Hätte die Stadt das ZBW selbst gebaut, wäre es wohl nicht in dieser Zeit fertig geworden (2010 war Grundsteinlegung) und es wäre nach Berechnungen des Immobilienmanagements am Ende auch sechs Millionen Euro teurer geworden.

„Wir zeigen damit, was Bildung für eine Wertschätzung in Duisburg hat“, unterstrich Oberbürgermeister Adolf Sauerland, selbst viele Jahre vor seinem OB-Amt als Berufsschullehrer tätig. Schuldezernent Karl Janssen sieht mit dem ZBW die berufliche Bildung in Duisburg in diesen Kollegs zukunftsfähig aufgestellt. Für Ralf Hörsken, Chef der Bildungsholding, ist die berufliche Bildung der innovationsträchtigste Teil der Schullandschaft.

Jan-Hendrik Goldbeck zeigte sich froh darüber, dass das Projekt genau in Zeit- und Kostenplan geblieben ist. „Es ist für unsere Firma das größte Projekt.“ Zukunftsweisende Technik sei eingebaut worden, so gibt es im gesamten Gebäude keine Heizkörper sondern „Energieböden“. Mit ausgefeilter Technik kann im Sommer gekühlt und im Winter geheizt werden.

Für die drei Schulleiter Erich Sachnik, Wolfgang Kempken und Manfred Wischerhoff geht mit dem ZBW ein langer Traum in Erfüllung. So können nun schulübergreifende Projekte – eine Schülerfirma ist im Aufbau – entwickelt und Synergien genutzt werden. Alle drei waren in die Planungen des Schulkomplexes eingebunden. Schon nach den wenigen Wochen mache sich im Kollegium eine positive Stimmung breit und man müsse sich mit technischen Einrichtungen nicht mehr verstecken. Professionelle Bedingungen herrschen nicht nur in der Schweißtechnik und im Bereich der Zahnarzthelferinnen, auch das Labor der Umweltschutztechniker entspricht modernsten Anforderungen. Die große Sporthalle ist mit einer Tribüne für 200 Zuschauer ausgestattet.

WAZ Online: Duisburg, 14.10.2011, Alfons Winterseel